Speicher werden zum zentralen Baustein des Schweizer Energiesystems

20.03.2026

Der neue Batteriemonitor 2026 von Swissolar zeigt, dass Batteriespeicher in der Schweiz stark an Bedeutung gewinnen. Mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik werden Speicherlösungen zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für Netzstabilität, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Mit dem wachsenden Anteil von Solarstrom steigt auch der Bedarf an Energiespeichern. Der Batteriemonitor 2026 von Swissolar zeigt, dass Batteriespeicher eine zentrale Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien übernehmen. Während Photovoltaikanlagen vor allem tagsüber Strom produzieren, bleibt der Verbrauch am Abend hoch. Speicher ermöglichen es, Überschüsse zwischenzuspeichern und zeitversetzt zu nutzen, wodurch das Stromnetz entlastet und lokal erzeugte Energie effizienter verwendet werden kann.

Die installierte Speicherkapazität in der Schweiz ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Bereits 2025 waren rund 1500 MWh Batteriespeicher hinter dem Netz installiert, zusätzlich sind Netzspeicher in Betrieb oder in Planung. Gleichzeitig sinken die Installationskosten weiter, was den Einsatz von Speichern wirtschaftlich attraktiver macht.

Wachstum verlagert sich in Richtung Gewerbe und Industrie

Während Batteriespeicher lange vor allem im Einfamilienhausbereich eingesetzt wurden, zeigt der Bericht eine zunehmende Verlagerung in Richtung Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Steigende Leistungstarife, neue Tarifmodelle sowie der Wunsch nach höherem Eigenverbrauch führen dazu, dass grössere Speicherlösungen häufiger geplant werden.

Die folgenden Praxisbeispiele stammen nicht aus dem Swissolar Batteriemonitor, sondern aus von uns begleiteten Projekten: So erzielt die Biofarm Genossenschaft in Huttwil im Sommer bis zu 95 % Eigenverbrauch ihres Solarstroms und spart jährlich rund CHF 9'000, indem ein grosser Aussenspeicher Lastspitzen reduziert und den Kühlbedarf optimal abdeckt. Bei der Inderbitzin AG in Muotathal steigert eine modulare Speicherlösung den Eigenverbrauch um 15 % und spart rund CHF 10'000 pro Jahr, wobei der Betrieb in den Sommermonaten über 70 Tage nahezu energieautark ist. Auch der Hof Lüscher in Muhen erreicht dank einer 85 kWp Photovoltaikanlage und einem 215 kWh Speicher einen Eigenverbrauch von bis zu 70 %, entlastet die Infrastruktur und sichert eine zuverlässige Stromversorgung für den Landwirtschaftsbetrieb.

Weitere Informationen zu Gewerbespeichern sowie ein Whitepaper zum Thema finden Sie auf unserer Landingpage zu Speicherlösungen für Gewerbe und Industrie.

Handlungsempfehlungen: Rahmenbedingungen für Speicher weiterentwickeln

Neben der Marktentwicklung formuliert der Batteriemonitor auch konkrete Handlungsempfehlungen, um den Ausbau von Energiespeichern zu beschleunigen und deren Nutzen für das Energiesystem besser auszuschöpfen. Eine zentrale Forderung ist die Entwicklung einer nationalen Speicherstrategie mit klaren Ausbaupfaden und Zuständigkeiten, damit Speicher gezielt dort eingesetzt werden können, wo sie den grössten systemischen Nutzen bringen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der stärkeren Nutzung von Flexibilität im Stromnetz. Dynamische Tarife, Flexibilitätsverträge und bidirektionales Laden sollen dazu beitragen, das Verteilnetz zu entlasten und den Netzausbau zu reduzieren. Damit Speicher ihr Potenzial vollständig entfalten können, müssen regulatorische Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass netz- und systemdienliche Anwendungen wirtschaftlich attraktiv sind.

Darüber hinaus empfiehlt der Bericht, Batteriespeicher gezielt an Standorten zu errichten, an denen sie Netzengpässe vermeiden oder Systemkosten senken können. Gleichzeitig sind einheitliche technische Standards notwendig, damit Speicher, Wechselrichter, Ladeinfrastruktur und Energiemanagementsysteme zuverlässig zusammenarbeiten und in zukünftige Flexibilitätsmodelle integriert werden können.

Speicher werden zum festen Bestandteil moderner PV-Projekte

Die Ergebnisse des Batteriemonitors zeigen deutlich, dass Speicherlösungen künftig in vielen Projekten eine selbstverständliche Rolle spielen werden. Für Planer, Installateure und Energieunternehmen rücken damit Themen wie Systemintegration, Energiemanagement, Netzanforderungen und Wirtschaftlichkeit stärker in den Fokus.

Die zunehmende Bedeutung zeigt sich besonders im Gewerbe- und Industriebereich, wo Speicherlösungen zur Optimierung des Eigenverbrauchs, zur Reduktion von Lastspitzen und zur besseren Nutzung von Solarstrom eingesetzt werden. Entsprechend wächst auch der Bedarf an fundierter Planung und praxisnahen Lösungen.

Mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik und der zunehmenden Elektrifizierung von Mobilität und Wärme wird die Bedeutung von Batteriespeichern in den kommenden Jahren weiter wachsen. Der Batteriemonitor 2026 macht deutlich, dass der Markt in eine Phase eintritt, in der Speicher nicht mehr nur Zusatzoption, sondern ein zentraler Bestandteil eines stabilen und effizienten Energiesystems sind.

Quelle: Batteriemonitor 2026 von Swissolar

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