Zum Shop

Schweizer PV-Markt: Rückblick und Ausblick von Rafael Stadelmann

07.01.2022

Ein neues Jahr ist angebrochen! Wir hoffen, Sie sind gut gestartet und wir sind gespannt, was uns im 2022 in unserem lebhaften Markt in erwartet. Das letzte Jahr hat deutlich gemacht, dass unsere Branche ein wichtiges Standbein der Energiewende ist und dass sie sich sogar der Pandemie widersetzen kann. In einem Resümee blickt unser Geschäftsführer Rafael Stadelmann auf das letzte Jahr zurück, informiert über aktuelle Technologie-Trends in der Branche und wagt einen Ausblick in die kommenden zwölf Monate.

Rückblick

Der Schweizer PV Markt hat sich 2021 sehr positiv entwickelt und es ist erneut mit einem Rekordzubau zu rechnen. Eigene Hochrechnungen lassen vermuten, dass die 700 MW Schwelle knapp nicht erreicht wurde. Zu Beginn des Jahres war eine derartige Entwicklung des Schweizer PV-Markts aufgrund der Pandemie schwer fassbar. Die notwendigen Ressourcen haben sich stark verknappt und bei den internationalen Logistikwegen kam es zu Unterbrüchen. All dies hatte zur Folge, dass die Verfügbarkeit der Ware stets angespannt blieb und die Preise der Produkte stetig stiegen. Eine grosse Herausforderung für den Grosshandel. Dennoch haben wir diese Herausforderungen sehr gut gemeistert und haben vereinzelnte Engpässe gut überstanden. Hochachtung gilt den PV-Installateuren in der Schweiz. Was die Installateure im vergangen Jahr ans Netz angeschlossen haben, war erstaunlich und zeigt, wie stark unsere Branche in der Zwischenzeit aufgestellt ist. Hinzu kommt, dass viele Anlagen aufgrund von Hagelschäden im Sommer repariert werden mussten. Der Markt in der Schweiz erfreut sich einem schönen Wachstum. Wir alle kämpfen nun für eine Branche mit einem guten Image und wollen möglichst viele junge, gut ausgebildete Fachpersonen für unsere Berufe rund um die Solartechnik begeistern. Das ist auch für mich als Geschäftsführer der Solarmarkt GmbH ein grosses Anliegen. Denn nur mit motiviertem und fittem Personal können wir dieses Tempo für die Umsetzung der Ziele der Energie Strategie 2050 aufrechterhalten. Dieses Personal erhalten wir nur, wenn wir eine Branche schaffen, in welcher es Spass macht zu arbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir hier auf einem guten Weg sind und freue mich auf die Zukunft.

 

Technologie und Produkte

In der Modultechnologie dominierte in den letzten zwei Jahren die Veränderung der Wafer- und Zellgrössen. Mit der Halbierung und Vergrösserung der Zellen wurde auch das Modul grösser und die Leistung besser. Lange war nicht klar, welche Modulgrösse vom Markt überhaupt noch akzeptiert wird. Inzwischen zeigt sich, dass sich die M10 und die M12 Zellen mittelfristig als «Standard» etablieren werden. Es ist erfreulich, dass für 2022 endlich wieder weiterentwickelte Technologien auf den Markt kommen werden. Die N-Typ Zellen werden zunehmend eingeführt und treiben den Wirkungsgrad der Zellen noch weiter nach oben (<1.5%).


Im Bereich der Wechselrichter sehen wir primär ein Wettrennen für den ersten hybriden Wechselrichter, mit einer Leistung von mehr als 10 kWp. Inzwischen werden verstärkt Hybridwechselrichter eingesetzt und wir sind gespannt, welcher Hersteller das Rennen gewinnt. Auch zeigte sich im vergangenen Jahr, dass fast alle Hersteller von Wechselrichtern den Trend der Elektromobilität aufgenommen haben und nun passende Ladestationen zu ihren Produkten anbieten. Herausfordernd ist, dass durch die grösseren Zellen in den Modulen die Nennströme in die Höhe gehen und die Hersteller werden gefordert, ihre Produkte den neuen und grösseren Module anzupassen.


Im Sektor der Speichersysteme kämpften wir im 2021 mit knappen Verfügbarkeiten der preisgünstigen Produkte auf dem Markt. Diese Situation wird weiterhin angespannt bleiben. Auch hier sehen wir – vor allem im Heimbereich – einen starken Trend zu Hybridwechselrichtern mit Speichern. Im Grosspeicherbereich und im Nachrüstbereich werden weiterhin die AC-Systeme verbaut werden. Es ist zeigt sich deutlich, dass die Speichergrössen in den Einfamilienhäusern beständig zunehmen. Inzwischen werden grösstenteils Speichersysteme mit Kapazitäten von mehr als 10kWh in den Einfamilienhäusern verbaut.


Der Bereich der Montagesysteme hat sich stark standardisiert. Gerade im Bereich der Schrägdächer sind kaum mehr Unterschiede auszumachen. Lediglich bei den Flachdächern sind die Anforderungen differenzierter geworden. Neben den kostengünstigen, abgespeckten, aerodynamischen Flachdachsystemen steigt die Nachfrage nach Grün- und Kiesdachsystemen in der Schweiz. Es freut mich besonders, dass wir mit der Übernahme der PV Integ AG in unsere Schwestergesellschaft novotegra GmbH ein qualitativ hochwertiges Produkt unser Eigen nennen dürfen.

 

Ausblick

Ich blicke sehr optimistisch in das neue Jahr und freue mich, Teil der Energiewende in der Schweiz sein zu dürfen. Auch im 2022 wird der Markt weiter wachsen. Wie sich die internationalen Lieferketten entwickeln werden, ist schwer abschätzbar. Seien es die Preise der Reedereien, die Preise der Rohstoffe oder die derzeitigen Stromausfälle in Asien: all dies hat einen Einfluss auf die Verfügbarkeit und die Preisentwicklung unserer PV-Produkte. Mit dem Rückhalt unseres Mutterkonzerns BayWa r.e. sind wir zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr ausreichend Ware in den Schweizer Markt ausliefern können. Politisch werden uns im Jahr 2022 interessante und wichtige Abstimmungen rund um die erneuerbaren Energien erwarten. Ich bin gespannt, wie sich diese Abstimmungen entwickeln und hoffe, dass die Bevölkerung weiterhin den Zubau der erneuerbaren Energien unterstützen wird.

Es wird deutlich, dass unsere Branche ein wichtiges Standbein der Energiewende ist und dass wir viel bewegen können. Wenn wir alle in der Schweiz diese Veränderung vorantreiben, nicht verhindern und als gutes Beispiel vorangehen, können wir die Ziele der Energiestrategie 2050 erreichen.

Ich bin stolz zusammen mit dem Unternehmen Solarmarkt ein Teil dieser Veränderung zu sein und freue mich auf ein spannendes 2022.

Rafael Stadelmann, Geschäftsführer Solarmarkt GmbH