Zum Shop

Deutscher Heimspeichermarkt auf Rekordkurs

16.10.2020

In Deutschland wird für das Gesamtjahr eine Anzahl von 88‘000 neuen Heimspeichern prognostiziert. Damit wächst der Markt um 59% im Vergleich zum Vorjahr.

Starkes Marktwachstum bei Photovoltaik und Heimspeichern: Im ersten Halbjahr 2020 wurden 63‘000 neue PV-Kleinanlagen bis zehn kW in Deutschland installiert. Der Heimspeichermarkt wächst im Jahresvergleich um 59 Prozent. Nach 46‘000 neu installierten Heimspeichern zwischen Anfang Januar und Ende Juni 2020 wird für das Gesamtjahr eine Anzahl von 88‘000 neuen Heimspeichern prognostiziert. Der in Bayern ansässige Heimspeicheranbieter Sonnen nimmt vor BYD, E3/DC und Senec die Spitzenposition ein.

Die deutsche Photovoltaik- und Heimspeicherbranche blickt auf ein herausforderndes erstes Halbjahr 2020 zurück. Im Unterschied zu anderen Wirtschaftszweigen war diese Periode jedoch weniger vom Einfluss der globalen Corona Virus-Pandemie und deutlich stärker von den gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland – konkret dem 52 GW Solardeckel – gekennzeichnet. Eine aktuelle Befragung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EUPD Research unter Speicherherstellern belegt dies eindrucksvoll. 42 Prozent geben gar keinen, ein Drittel einen geringen und ein Fünftel der Befragten einen mittleren Einfluss der Corona Virus-Pandemie auf die Entwicklung des deutschen Heimspeichermarkts in den ersten sechs Monaten in 2020 an. Ein starker bzw. sehr starker Corona-bedingter Einfluss wird von keinem der befragten Hersteller mitgeteilt.

Markt für PV-Kleinanlagen wächst um 56 Prozent
Mit 87 Prozent wird das Gros der Heimspeichersysteme heutzutage gemeinsam mit einer neuen Photovoltaik (PV)-Anlage installiert. Entsprechend kommt der Entwicklung des PV-Kleinanlagenmarktes eine herausragende Bedeutung für den Heimspeichermarkt zu. Neben der reinen Anzahl an PV-Kleinanlagen ist ebenso deren Anlagengrösse ein wichtiger Treiber für Heimspeicherlösungen, da mit zunehmender PV-Anlagenleistung der Bedarf an zeitversetzter Nutzung des Solarstroms zunimmt. Die Auswertung der offiziellen Statistik der Neuinstallationen an PV-Kleinanlagen überzeugt hier sowohl mit einem Rekordzubau als auch mit einer gestiegenen Durchschnittsgrösse im ersten Halbjahr 2020. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 wurden 63‘000 neue PV-Kleinanlagen bis zehn kW in Deutschland installiert. Die Wachstumsrate liegt hierbei im Jahresvergleich bei 56 Prozent. Auch die durchschnittliche Anlagenleistung aller PV-Kleinanlagen unter zehn kW verzeichnet einen Zuwachs um 100 Watt Peak auf 7.5 kW. Knapp zwei Drittel dieser Anlagen besitzen eine installierte Leistung zwischen sieben und zehn kW.

Auf Basis dieses starken PV-Kleinanlagensegmentes erreicht die Anzahl an neu installierten Heimspeichern in Deutschland mit 46‘000 Stück bereits am Ende des ersten Halbjahres 2020 den Jahreswert von 2018. Der Vergleich des ersten Halbjahres 2020 zum Vorjahreszeitraum legt hier einen Anstieg der Heimspeicherinstallationen von 59 Prozent offen. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein Marktvolumen von 88‘000 neu installierten Heimspeichersystemen in Deutschland prognostiziert. Getragen vom starken Marktwachstum verzeichneten die Anbieter von Heimspeicherlösungen eine gleichermassen gestiegene Nachfrage. Der Marktführer Sonnen konnte in diesem Marktumfeld seine Spitzenposition weiter festigen und erreicht 21 Prozent Marktanteil in Deutschland. An den Positionen zwei bis vier folgen mit BYD ein chinesischer Anbieter und mit E3/DC und Senec zwei weitere Hersteller aus Deutschland. Diese Top vier Anbieter decken bereits 70 Prozent des deutschen Marktes im ersten Halbjahr 2020 ab.

Über die Berechnung
Die Berechnung der Marktanteile für Heimspeicher in Deutschland umfasst eine Anbieterbefragung, Installateurs- und Endkundenbefragungen sowie ergänzenden Recherchen durch EUPD Research. Grundlegend besteht hierbei die Annahme, dass sich bei Anbietern mit vornehmlich zweistufigem Vertrieb zehn Prozent der Speicher im Verkaufsprozess bzw. im Lager befinden und somit noch nicht installiert wurden. Bei Anbietern mit überwiegend dreistufigem Vertrieb werden hierbei 15 Prozent unterstellt.

Quelle: EUPD Research