Gewerbespeicher auf dem Sagihof: Strom ernten, speichern, selbst nutzen

Dagmersellen (LU)

PV-Anlage: 900 kWp

Speicher: 400 kWh Kapazität

Hersteller: Huawei

Installationsjahr: 2025

Installationsbetrieb: CKW

Der Sagihof ist ein Eier- und Landwirtschaftsbetrieb mit rund 390'000 kWh Jahresverbrauch und nutzt einen leistungsstarken AC-Batteriespeicher, um Solarüberschüsse gezielt in die Nacht und in verbrauchsintensive Morgenstunden zu verschieben, Lastspitzen der Pelletpressen zu brechen und den Eigenverbrauch auf bis zu 80 % zu steigern.

Pelletpressen, Wärmepumpe, Nachtlüftung – Strom ohne Pause

Der Sagihof in Dagmersellen produziert jährlich 5,5 Millionen Eier, betreibt eine eigene Junghennenaufzucht und verarbeitet Hühnermist zu Pellets. Der Strombedarf ist entsprechend hoch und verteilt sich über den ganzen Tag: Pelletpressen mit je 100 kW Motorleistung laufen ab früh morgens kontinuierlich, eine Grundwasserwärmepumpe heizt die Ställe und Lüftungs- sowie Luftreinigungsanlagen sind rund um die Uhr in Betrieb.

Die bestehende PV-Anlage erstreckt sich über mehrere Dächer mit rund 900 kWp installierter Leistung – eine für die Schweiz ungewöhnliche Konfiguration mit drei zentralen ABB-Wechselrichtern, wie sie sonst nur bei Freiflächenanlagen vorkommt. Da die Umwandlung von DC auf AC bereits im Gebäude erfolgt, war ein AC-Speichersystem die logische Wahl.

Installiert wurden zwei Huawei-Speichergehäuse (je 215 kWh), die zusammen rund 400 kWh Kapazität bereitstellen. Die Steuerung übernimmt das Avelon-System der CKW, das sämtliche Messdaten erfasst und dem Betriebsleiter in Echtzeit zur Verfügung stellt. «Die Einspeisetarife sind so schlecht geworden, dass wir möglichst viel Strom in die Zeit rüberretten wollen, in der wir keinen produzieren», erklärt Urs Steiner, Betriebsleiter Sagihof.

Weniger Netzbezug, mehr vom eigenen Strom

Der Speicher ist seit Oktober 2025 in Betrieb. Bereits nach dem ersten Winter zeigt sich: Selbst bei wenig Sonne konnten zahlreiche Nächte autark überbrückt werden. Auf Jahressicht rechnet der Betrieb damit, rund 80 % des Strombedarfs mit eigenem Solarstrom zu decken.

Wenn eine Pelletpresse morgens anläuft und die Sonne noch nicht ausreichend produziert, liefert der Speicher den benötigten Leistungspeak – das reduziert Lastspitzen und damit die Netznutzungsgebühren spürbar. Die Amortisation wird auf sieben bis acht Jahre geschätzt. Fördergelder der Landwirtschaftlichen Kreditkasse sowie die deutlich gesunkenen Speicherpreise der letzten Jahre haben den Entscheid zusätzlich erleichtert.

Für die Aufstellung im Freien waren behördliche Abklärungen bei Gemeinde, Kanton und Bundesamt für Landwirtschaft erforderlich. Die konkreten Aufstellungs- und Abstandsvorschriften wurden in enger Abstimmung zwischen Installateur, Hersteller und Gemeinde festgelegt. «Ich empfehle jedem, der über einen Speicher nachdenkt: lieber heute als morgen. Die Schere zwischen Einkaufs- und Einspeisetarif öffnet sich weiter – die Wirtschaftlichkeit ist bereits heute gegeben», so Roger von Moos, CKW.

Verfügbarkeitsbenachrichtigung
Bitte informiert mich, sobald dieser Artikel wieder verfügbar ist.
Gewünschte Menge
Merklisten