2025 gingen die Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen in der Schweiz erstmals seit 2017 gegenüber dem Vorjahr zurück. Mit rund 1,3 GW neu installierter Leistung wuchs der Anlagenbestand dennoch auf insgesamt 9,5 GW. Die Solarstromproduktion erreichte rund 8 TWh und deckte damit 13,7 % des Schweizer Strom-Endverbrauchs. Für 2026 erwartet Swissolar bereits einen Anteil von knapp 17 %. Wie sich der Markt künftig entwickelt, hängt unter anderem davon ab, wie rasch bestehende Hemmnisse abgebaut und die politischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. Der Solarmonitor zeigt dafür drei mögliche Entwicklungspfade bis 2030.
Drei Szenarien für die Solarstromproduktion bis 2030
Die Szenarien unterscheiden sich insbesondere darin, wie sich die Rahmenbedingungen für den weiteren Photovoltaikausbau entwickeln. (Grafik: Marktumfeld Photovoltaik: Drei Prognoseszenarien)
- Bremsszenario 13,3 TWh Solarstrom: Bleiben Unsicherheiten bestehen und kommen neue Hemmnisse hinzu, verharrt der jährliche Ausbau auf einem tieferen Niveau. Die Solarstromproduktion erreicht 2030 rund 13,3 TWh. Das Ausbauziel des Bundesrats wird damit deutlich verfehlt. Der notwendige Ausbau verschiebt sich in die Folgejahre und wird entsprechend anspruchsvoller.
- Minimalszenario: 14,7 TWh Solarstrom: Dieses Szenario beschreibt den unter den aktuellen Rahmenbedingungen machbaren Ausbau. Voraussetzung sind verlässliche Rahmenbedingungen, mehr Klarheit bei neuen Marktmodellen und eine schrittweise Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Die jährlichen Neuinstallationen steigen bis 2030 auf rund 1,6 GW. Mit einer Solarstromproduktion von 14,7 TWh bleibt die Schweiz auf Kurs, das langfristige Ausbauziel für 2050 zu erreichen. Das Zwischenziel des Bundesrats für 2030 wird jedoch um rund 4 TWh verfehlt.
- Bundesratsszenario: 18,7 TWh Solarstrom: Dieses Szenario orientiert sich am vom Bundesrat vorgesehenen Ausbaupfad. Um bis 2030 eine Solarstromproduktion von 18,7 TWh zu erreichen, müsste der jährliche Photovoltaikausbau rasch zunehmen und bis 2030 rund 3,3 GW erreichen. Vergleichbare Wachstumsraten wurden in der Vergangenheit bereits erzielt. Auf dem heute erreichten Marktniveau setzt dies allerdings eine rasche und umfassende Verbesserung der Rahmenbedingungen voraus.
Die Szenarien sind keine feststehenden Prognosen, sondern zeigen mögliche Entwicklungspfade. Sie verdeutlichen, wie stark die künftige Solarstromproduktion davon abhängt, ob der Markt die notwendigen Voraussetzungen für weiteres Wachstum erhält.
Neben dem Ausbau gewinnt die Systemintegration an Bedeutung
Mit dem steigenden Anteil der Photovoltaik rückt neben dem weiteren Ausbau auch die Integration des Solarstroms ins Energiesystem stärker in den Fokus. Die Produktion fällt nicht immer dann an, wenn Strom benötigt wird. Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme helfen, Produktion und Verbrauch zeitlich besser aufeinander abzustimmen, den Eigenverbrauch zu erhöhen und Einspeisespitzen zu reduzieren. Auch neue Marktmodelle, flexible Stromtarife und lokale Strommärkte gewinnen an Bedeutung. Ab dem 1. Januar 2027 richtet sich die Vergütung für eingespeisten Strom stärker nach dem Spotmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung, sofern sich Anlagenbetreibende und Verteilnetzbetreiber nicht auf eine andere Vergütung einigen. Welche Änderungen damit auf Installateure zukommen, zeigen wir in unserer News «Neue Berechnung der Abnahmevergütung ab Januar 2027: Das sollten Installateure wissen». Die zunehmende Bedeutung von Batteriespeichern und deren Rolle für ein flexibles Energiesystem haben wir bereits in unserer News «Speicher werden zum zentralen Baustein des Schweizer Energiesystems» zum Batteriemonitor 2026 von Swissolar beleuchtet.
Auch wirtschaftlich bleibt die Solarbranche bedeutend
Die weitere Marktentwicklung wirkt sich nicht nur auf die Stromversorgung, sondern auch auf die Schweizer Wirtschaft aus. Für 2025 schätzt Swissolar den Umsatz aus Photovoltaik und Batteriespeichern hinter dem Netzanschlusspunkt auf rund 2,7 Milliarden Franken. Im Minimalszenario steigt dieser bis 2030 auf rund 3,6 Milliarden Franken. Gleichzeitig erhöht sich der geschätzte Fachkräftebedarf von rund 11’200 Vollzeitäquivalenten im Jahr 2025 auf etwa 14’900 im Jahr 2030. Bereits die Statistik Sonnenenergie 2025 des Bundesamts für Energie zeigte, dass sich der Photovoltaikmarkt nach den Rekordjahren auf hohem Niveau konsolidiert, während Batteriespeicher stark wachsen. Der Solarmonitor 2026 führt diese Betrachtung weiter und ordnet die möglichen Entwicklungen bis 2030 ein.
Die Rahmenbedingungen entscheiden über das Tempo
Der Solarmonitor zeigt: Die Photovoltaik wird ihren Beitrag zur Schweizer Stromversorgung weiter ausbauen. Ob die Solarstromproduktion 2030 bei 13,3, 14,7 oder 18,7 TWh liegt, hängt wesentlich von den künftigen Rahmenbedingungen ab. Während der langfristige Ausbau weiterhin auf Kurs ist, bleibt das ambitionierte Zwischenziel des Bundesrats für 2030 eine Herausforderung. Neben dem Ausbau neuer Anlagen werden deshalb auch verlässliche Investitionsbedingungen, leistungsfähige Netze, Batteriespeicher und flexible Verbraucher entscheidend sein. Ziel ist nicht nur, mehr Solarstrom zu produzieren, sondern ihn möglichst effizient in das Schweizer Energiesystem zu integrieren.
Quelle: Swissolar, Solarmonitor Schweiz 2026